Archiv für den Monat August 2014

Wochenendseminar: Die antisemitische Revolte gegen das Abstrakte

Mit dem aktuellen Aufleben des Konflikts im Nahen Osten hat der Antisemitismus in seiner aktuellen Gestalt, dem Antizionismus, derzeit Hochkonjunktur. In unserem Seminar möchten wir die Grundlagen für eingreifende Kritik daran vorstellen. Der Antisemitismus zeigt sich als wahnhafte Reaktion auf die kapitalistische Gesellschaft. Vor dem Hintergrund, dass gerade marxistische Erklärungsansätze Ideologie einseitig aus der Ökonomie ableiten, wird besondere Aufmerksamkeit der Bedeutung des Staates bzw. der Gemeinschaft in dieser Ideologie gewidmet. Auch für Linke aller Couleur ist er eine attraktive Denkfigur, da er das vermeintlich Gute, das Konkrete, die „wirklichen Menschen“ dem Abstrakten, den unfassbaren Geldströmen und sachlichen Rechtsverhältnissen als positiv gegenüberstellt: Man denke an ein Wahlplakat der „Linken“ zur Europawahl, das graue Bonzen diffamiert, denen Geld aus der Tasche fliegt, und denen eine bunte, basisdemokratische Menge mit Friedenstauben gegenübergestellt wurde.

Die Veranstaltung soll die Form eines Wochenendseminars haben – gemeinsame Textlektüre, Vorträge und Diskussion beinhalten.

Wann?
30.08.2014, 11:00 Uhr bis 18:30 Uhr
31.08.2014, 11:00 Uhr bis 14:30 Uhr

Wo?
Ziegenledersaal in der Uni Leipzig, neben StuRa im Seminargebäude

Gliederung des Seminars:
1. Antisemitismus – Personifikation des abstrakten Moments der kapitalistischen Gesellschaft im Bild vom verschworenen und raffenden Juden – M. Postone, K. Marx
2. Antizionismus – Verdinglichung der sachlichen Herrschaft im Staat Israel – U. Enderwitz, J. Bruhn
3. Umfassende Alltagsreligion der spätkapitalistischen Gesellschaft – D. Claussen, K. Marx

Das Seminar wird geleitet von Martin Dornis und Micha Böhme. Um den Reader zu erhalten, bitte Martin unter folgender E-Mail-Adresse kontaktieren: martindornis [at] googlemail [dot] com

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